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Die Bahn und das Systemupdate
Wenn man global ein neues System einspielt: Wann macht man das? Richtig, am Wochenende um drei Uhr nachts. Weil da niemand arbeitet - und deshalb niemand vom Ausfall betroffen ist.
Die Deutsche Bahn (btw: ich hasse ja ritualisiertes Bahnbashing^^) macht genau das werktags nachmittags, nämlich die neue Software ihrer Fahrkartenautomaten einspielen. Sprich: Man ist 15 Minuten vor Abfahrt des Zuges am Bahnhof. Vor den Automaten stapeln sich die Leute. Das System wird heruntergefahren. Im Reisezentrum: Sage und schreibe 64 Leute (laut Kärtchen und Aufrufsautomat) vor mir.
Damit es jetzt nicht heißt, ich würde voreingenommen sein: Offenbar rechnete die Bahn mit der Problematik und hatte deshalb Abhilfe vorbereitet. Diese sah so aus, dass an den Automaten Leute mit roten Polohemden standen, auf denen Automatenguide stand. Die Automatenguides (was für ein Wort!) konnten aber natürlich nichts anderes machen, als den Kunden das zu sagen, was sie eh sahen: "Der Automat geht gerade nicht."
Also auf zum Servicepoint, da man ja zwar im Zug Fahrkarten kaufen kann, dann aber nur zum Bordpreis. Dieser Euphemismus umschreibt einen schlichten Aufschlag. Am Servicepoint könnte man sich eine Bestätigung für den Zub ausstellen lassen, dass ein Fahrkartenkauf am Bahnhof nicht möglich war. Könnte man. Das wollte der Servicepoint-Mitarbeiter auch. Aber: Am Servicepoint gab es keine Vordrucke dafür.
Vorgeschlagene Lösung des Servicepoint-Mitarbeiters: Man solle sich die Bestätigung doch bitte im Reisezentrum ausstellen lassen. Der geneigte Leser erinnert sich: Im Reisezentrum gab es eine Warteschlange, und zwar eine umfangreiche. Zudem... deutet der Ratschlag auf einen Fehler im Logikmodul des Servicepoint-Mitarbeiters hin: Angenommen, ich hätte noch sehr viel Zeit oder alternativ die Warteschlange wäre kurz, ich also noch rechtzeitig vor Abfahrt des Zuges an einem freien Schalter, dann bräuchte ich keine Bestätigung mehr, dass ich keinen Fahrschein kaufen konnte - denn dann könnte ich einen Fahrschein kaufen.
Immerhin gab es ein happy end: Die Zub kannte das Problem bereits, denn zumindest in Baden-Württemberg und Bayern, oder genauer gesagt, in diesen Bundesländern zumindest gesichert entlang der Strecke, die mein Zug bereits gefahren war, gab es nicht wenige Fahrgäste mit der gleichen Problematik. Deswegen nahm die Zub von sich aus den Bordpreis raus.
Needless to say, dass ich aber nicht reservieren konnte...
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