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Heiligendamm im Ausnahmezustand - Bernd Fischer findet's prima
Um die Ortschaft Heiligendamm (gibt es die überhaupt?) wird ein Zaun gebaut. Dieser Zaun ist zwölf Kilometer lang, und er kostet zwölf Millionen Euro. Die "komplexe technische Sperre" dient, so die Polizei Mecklenburg-Vorpommern, dem Schutz der Staatsgäste des G8-Gipfels, die im Grand Hotel Kempinski absteigen werden.
Auch auf der Seeseite wird ein Sperrgebiet eingerichtet, das für die gesamte Zivilschiffahrt gilt.
Vom 29.05 bis zum 09.06 2007 wird die Ortschaft Heiligendamm nur für Berechtigte betretbar sein. Wie die Polizei Mecklenburg-Vorpommern mitteilt, werden "Zum Aufenthalt Berechtigte [...] in Listen erfasst und erhalten einen Berechtigtenausweis. Zum berechtigten Personenkreis zählen: Einwohner des Ostseebades Heiligendamm, Eigentümer und Nutzer, die Grundstücke innerhalb der technischen Sperre besitzen, Gewerbetreibende, Angestellte und Arbeiter, Not-, Pflege- und Kurierdienste sowie Zulieferer, angemeldete Besucher und Gäste und sonstige betroffene Personen."
Die Polizei hat allerdings schon angekündigt, dass auch außerhalb dieser Sicherheitszone massive Beeinträchtigungen hinzunehmen sind.
Das alles ist natürlich nicht ganz angenehm für eine Region, die ihre Haupteinnahmequelle im Tourismus sucht. Und allzuviele Gäste werden wohl nicht nach Heiligendamm kommen, um festzustellen, dass es unter anderem "während des Gipfels keinen Kurbetrieb in Heiligendamm" gibt, "dass Personen, die Buchungen für den Veranstaltungszeitraum vornehmen, mit starken Einschränkungen rechnen müssen", dass es ein Badeverbot geben wird, und dass "in der Zeit des G8 Gipfels wird das Aufstellen von Strandkörben nicht möglich sein" wird.
Der Geschäftsführer des Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern, Bernd Fischer, freut sich dennoch. Der Zaun, so Fischer in einem Zeit-Interview, "wird der bekannteste der Welt sein." Überhaupt ist Fischer ganz nah am Puls der Zeit: "Weltweit kommen Zäune in Mode. Ob an der Grenze der USA zu Mexiko oder zwischen Israel und dem Westjordanland – die Weltlage ist so, dass wir nicht mehr ohne Mauern auskommen."
Fischer freut sich auf Zaungäste, die diese Touristenattraktion bewundern werden. Verständlich, denn seit dem Fall der innerdeutschen Grenze finden sich derlei Attraktionen nicht mehr so einfach. dumm nur, dass die Polizei bereits angekündigt hat, "auch außerhalb der eingezäunten Sicherheitszone m Umfeld von Heiligendamm wird es großräumig Kontrollen geben, wo Schaulustige bereits erkannt und abgeleitet werden".
Nun, vielleicht hat Herr Fischer wirklich Recht, wenn er den Zaun dennoch ganz toll findet. Man sollte eigentlich viel öfter das Positive sehen. Und, ganz unter uns, was bleibt Herrn Fischer wohl auch anderes übrig?
Auf der Internetseite von Bad Doberan und Heiligendamm ist der Zaun allerings noch nicht als Sehenswürdigkeit vermerkt. Jetzt aber ran, Herr Fischer!
Astrid's Blog vermutet, dass vielleicht die 16000 Polizisten als neue Einnahmequelle gesehen werden - die müssen schließlich auch essen und trinken...
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Hier der Text von Daniel Schulz in der taz:
http://www.taz.de/pt/2007/02/06/a0156.1/text.ges,1


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