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Pegasus ist tot

Nach 17 Jahren wird die Weiterentwicklung für das kostenlose E-Mail-Programm Pegasus Mail eingestellt.
Das Programm des Neuseeländers David Harris erfreute sich vor allem im univesitären Umfeld großer Beliebtheit. Es war eines der ersten kostenlosen nichtkommerziellen E-Mail-Programme.
Pegasus Mail zeichnete sich bereits 1991 durch seine mächtigen Filterfunktionen aus, die in diesem Umfang auch heute ihresgleichen suchen.
Auch unter Sicherheitsaspekten war die Verwendung von Pegasus Mail immer eine gute Wahl. Nicht umsonst wurde auf der Pegaus-Website als erstes Feature angeführt:
Security, security, security: Pegasus Mail protects you from even the worst HTML-borne virus and trojans, and protects your privacy by intercepting web bugs. Pegasus Mail is immune to *all* the exploits that affect the "other" mailer - browse your mail with genuine confidence.
Die Anzeige wurde mit einem eigenen Renderer durchgeführt - also unabhängig von Windows-Kernkomponenten. Aktive Inhalte wurden, anders als beispielsweise lange Zeit bei Microsoft Outlook Express, nicht ausgeführt. Auch Web-Bugs hatten bei Pegasus keine Chance.
Um zu verstehen, warum Pegasus Mail (und der Mailserver Mercury) eingestellt wurden, muss man einen kurzen Blick auf die Biographie des Entwicklers, David Harris, werfen. 1989 implementierte Harris an der Universität Dunedin (Neuseeland) ein Intranet. Die finanziellen mittel der Universiät erlaubten es nicht, eine kommerzielle E-Mail-Umgebung zu kaufen, und so entwickelte Harris beides: Den Mailserver Mercury und das E-Mail-Programm Pegasus. Beide Programme wurden gerade in universitären Kreisen sehr beliebt.
1993 beendete Harris sein Arbeitsverhältnis mit der Univesität Dunedin, um sich ganz der Weiterentwicklung der beiden Programme zu widmen. Weiterhin stellte er Maercury und Pegasus kostenfrei bereit. Seinen Lebensunterhalt verdiente er durch Supportdienstleistungen und den Verkauf von Handbüchern zu seinen Produkten; auch Spendeneinnahmen trugen zu seinem Einkommen bei.
Seit Ende der 1990er Jahre geriet dieses Finanzierungsmodell zunehmend ins Wanken, wurde doch mit jedem Microssoft Windows-Betriebssystem ein E-Mail-Programm umsonst mitgeliefert. Auch der Siegeszug des Mozilla Tunderbird trug sicherlich nicht zur Stabilisierung des Einkommens Harris' bei.
2006 stellte Harris den Verkauf von Handbüchern und Supportdienstleistungen ein. Mercury und Pegasus wurden zu Harris' Freizeitprojekten.
Heute gab Harris auf seiner Website bekannt,
Effective January 2007, development and distribution of Pegasus Mail and Mercury has ceased.
We regret this decision, but ongoing difficulties with funding have forced it upon us.
Sites who have current support subscriptions will be fully supported until their subscriptions expire. We will be looking at developing migration tools to assist those sites in moving to other platforms or products.
It has been a privilege to be of service to the Internet Community for such a long period of time - I am only sorry that I am not able to continue doing so.
Ob Harris den Quellcode nunmehr unter eine OpenSource-Lizenz stellt, bleibt abzuwarten. Bisher hatte Harris dies stets abgelehnt, wenngleich ihm die Idee der OpenSource-Bewegung nicht unsympathisch war:
Ideologically, I believe that Open Source and I are a good match, and I would like to consider going that way.
Argumente gegen ein OpenSource-Pegasus waren finanzieller Natur, aber auch lizenztechnische Probleme lagen vor:
There are still some major problems with the idea of going Open Source though: the most important is "How do I survive in an Open Source environment"? While Pegasus Mail and Mercury do not require a huge amount of money to develop and support, the fact remains that they *do* require a level of funding, and I am not entirely sure how this would work within an Open Source model. I feel it is significant that the majority of Open Source initiatives are either funded externally (Mozilla), or basically not funded at all (OpenLDAP, OpenSSL): it seems to me that while Open Source is an excellent technical solution to the problem of large-scale development using widely-spread teams, the area of Open Source business modeling is one that still has not been completely resolved.
The other major issue with Pegasus Mail is that it uses a proprietary third-party product as its core editor, and I would not be able to take that product with me into an Open Source environment. The same problems do not exist with Mercury, because I have written every line of the package myself, but with Pegasus Mail, the problem is significant.
Inwiefern also das Ende von Pegasus auch ein Neuanfang sein könnte, bleibt erst einmal abzuwarten.
Mit der Einstellung von Mercury und Pegasus geht ein weiteres Projekt aus den Pioniertagen des Internets zu Ende.
Danke an David Harris für den jahrelangen Support der weltweiten Gemeinschaft der Internetuser.
Über das Ende von Pegasus trauern auch kuni, Der unglaubliche Bugslayer und Markus von textundblog.de.
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