| « Vom Lebensglück | Der Kaffee-Kuchen-Griff » |
Die große Flut
Am 16. Februar 1962 wurde Hamburg von einer gewaltigen Sturmfut heimgesucht. An zahlreichen Stellen brachen die Deiche, die zu niedrig, zu schwach und in schlechtem Zustand waren.
Nachdem um 08.45 Uhr des 16. Februar das Deutsche Hydrologische Institut (DHI) eine erste Sturmflutwarnung für die gesamte Nordseeküste, Hamburg und Bremen herausgab und um 11 Uhr, nach der zweiten Warnung des DHI, die Hamburger Feuerwehr in Alarmbereitschaft versetzt wurde, traf um 16.10 Uhr die Flut in Hamburg ein. Die Katastrophe blieb aus; das Wasser war nur 2,31 m über dem normalen Stand gestiegen.
Dennoch war die Gefahr nicht gebannt. Weiterhin drückten Orkanböen die Wassermassen elbaufwärts - in Richtung Hamburg.
Ab 20.33 Uhr wurde die Bevölkerung über Rundfunk vor dem Anstieg des Pegels gewarnt; um 22.15 auch über die Tagesschau.
Gegen 21 Uhr wurde von der Hamburger Baubehörde die höchste Alarmstufe ausgelöst, nachdem klar wurde, dass gegen drei Uhr morgens mit Wasserständen von bis zu 4,70 m über Normalstand zu rechnen sei.
Um 23.00 Uhr warnte das Tiefbauamt die Deichbauverbände vor zu befürchtenden Deichbrüchen.
Die nun folgenden Ereignisse überschlugen sich:
00.00 Uhr: Westerdeich (Finkenwerder) läuft über.
00.02 Uhr: Neuer Deich (Neuenfelde) unterspült.
00.14 Uhr: Deichbruch im Neuenfelder Rosengarten.
00.15 Uhr: Deiche in Neuenfelde und Altenwerder laufen über.
00.18 Uhr: Köhlbranddeich (Neuhof) läuft über.
00.22 Uhr: Neuenfelder Deich läuft über.
00.28 Uhr: Hohenwischer Deich (Francop) läuft über.
00.30 Uhr: Über fünfzig Deichbrüche.
01.00 Uhr: Deich bei Parkhafen läuft über.
01.15 Uhr: Reihersteigdeich (Wilhelmsburg) läuft über. Deichbruch in Neuenfelde.
01.30 Uhr: Mehrere Deichbrüche in Moorburg, Francop, Altenwerder, Wilhelmsburg.
01.45 Uhr: Mehrere Deichbrüche in Moorburg und Finkenwerder.
01.50 Uhr: Ernst-August-Schleuse überflutet.
02.00 Uhr: Mehrere Deichbrüche in Moorburg, Neuland, Francop und am Spreehafen.
02.05 Uhr: Alter Wall (Hamburg) unterspült.
02.15 Uhr: Deichbrüche in Neuenfelde und Francop.
02.30 Uhr: Mehrere Deichbrüche in Francop, Bullenhausen und am Spreehafen.
02.50 Uhr: Deichbruch in Cranz.
03.15 Uhr: Deichbrüche am Stillhorner Deich und in Moorfleth.
04.00 Uhr: Deichbruch Altenwerder Elbdeich.
Rund 100.000 Menschen waren von der Außenwelt abgeschnitten. Sie warteten auf Hilfe - in den oberen Stockwerken der Häuser, Bäumen, auf Dächern.
Mehrere tausend Helfer aus den Deichmannschaften, der Bundeswehr, den Armeen Belgiens, Dänemarks, Großbritanniens, der Niederlande und der USA, aus dem Bundesgrenzschutz, dem Roten Kreuz, dem Technischen Hilfswerk, der Polizei, den Feuerwehren und zahllose freiwillige Helfer leisteten Hilfe - oft unter Einsatz ihres eigenen Lebens.
315 Menschen ließen ihr Leben bei der Katastrophe.
Schätzungsweise knapp 25.000 Tiere sind in den Fluten umgekommen.
Weit über zehntausend Wohnungen waren zerstört oder schwer beschädigt; weitere elftausend Wohnungen waren beschädigt.
Trackback-Adresse für diesen Eintrag
Trackback-URL (Rechtsklick und Verknüpfungs-/Link-Adresse kopieren)


Letzte Kommentare